Skylling me softly – oder Unfähigkeit ist auch eine Fähigkeit – Abgesang 2

20. November 2010

Soft Skills werden ja zu recht sehr groß geschrieben bei den GG und sehr viele sprechen sich selbst diese soziale Kompetenz zu, den Unsicheren soll die  Netiquette eine Knigge-Bibel sein. Verantwortlich für die Exegese ist die Verwaltung, die den mehrfachen Schriftsinn der Texte interpretiert. Sie beurteilt den ethischen Sinn, den wörtlichen Sinn, den allegorischen Sinn und letztlich den höheren bzw. tieferen Sinn des Geschriebenen.

Es gibt keine allgemein gültigen Vorstellungen darüber, was und wie die GG sind, sein sollten, sein könnten und deshalb kann und darf sich jeder den eigenen Auslegungsraum stecken, in der Regel im Rahmen des “gesunden Menschenverstandes,” seines Bildungshorizonts und seiner Einzelinteressen. (Selbstdarstellung, Kontaktbörse, politisches Kampfinstrument etc.)

Schauen wir mal ins Labor und nehmen diesen Fred:  zum Fred hier klicken oder direkt im Text hier weiter mit Kurzanalysen und Inhaltsangaben, Erläuterungen und Exegese.

Kwitsche bedauert die Sprachlosigkeit zwischen  Verwaltung und mir, ruft zur “Versöhnung” auf, fragt ob die Verwaltung Gründe nennen kann für diese Entwicklung und bittet um Offenheit.

Er zeigt soziale Kompetenz im Bereich Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Wahrnehmung, Teamfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit.

Soft Skill Antworter 1:

Berufsphilosoph und Revoluzionsstratege Debray freut sich auf ein beginnendes Freudenfeuer der Eitelkeiten – oder konstatiert ein Fegefeuer der Eitelkeiten, genaues erfährt man nicht.   Guckst du hier für Gelsenkirchen-Tupamaro

Debray versagt im Bereich Perspektivenübernahme, Mitgefühl, emotionaler Intelligenz. Vermutlich teilt er als Kader immer noch  in Haupt- und Nebenwiderspruch auf.

Soft Skill Antworter 2:

Männlein stellt fest, dass die GG nicht am Ende sind, sich aber ändern werden.

Männlein war in der Anfangszeit der GG Mitglied der Senatorengruppe. Diese Gruppe von GG usern beriet die Verwaltung bei schwierigen Entscheidungen und hatte meiner Erinnerung nach auch Stimmrecht. Seine Soft Skills waren vor allem Menschenkenntnis, Großmut, Selbstbeobachtung, Kompromissfähigkeit.

Soft Skill Antworter 3:

Egon erklärt, dass die Verwaltung  Zeit zum Nachdenken braucht und dass sie eine gemeinsam abgestimmte Antwort geben wird. Unter Heinz hätte es das nicht gegeben.

Er persönlich allerdings wüsste auch nach einem Jahr nicht, warum es zu dieser Sprachlosigkeit kam. Kwitsches Befürchtung nicht mehr Gruppenkompatibel zu sein, interpretiert er als Stimmungsmache gegen die Verwaltung und betont noch einmal, dass die Verwaltung user nur überlegt, abgestimmt  und begründet aussperrt und nicht willkürlich, wie unter Heinz. Er bemängelt, dass noch ein Fred zum Thema “Heinz” durch Kwitsche eröffnet wurde.

Egons  Soft-Skill-Defizite sind im Bereich Selbstwertgefühl, Selbstbeobachtung, Menschenkenntnis, Kritikfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Wahrnehmung. Er greift zum Mittel der Selbsttäuschung und Abwehr.

Kwitsche erklärt, dass er mit Verständigungsschwierigkeiten zwischen ihm und Egon gerechnet hat, er versucht zu vermitteln, dass er mit seiner Frage und der Eröffnung eines neuen Freds Altlasten abschütteln wollte, seine Stimmung mitteilen wollte und keinesfalls Stimmung für oder gegen jemanden machen wollte. Er möchte mehr Details darüber, warum ich Entscheidungen ohne die 6 Verwaltungskollegen treffen konnte, erinnert sich, dass auch Egon für den Ausschluss von usern gestimmt hätte.

Er nutzt das Sprachbild des “Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass” (jemand will nur Vorteile genießen und unangenehmes anderen überlassen) und  stellt  Toleranz,  faires Streiten und Offenheit auf Egons Seite in Frage.

Er glaubt dass Egon und Ralf eher als die anderen Verwaltungsmitglieder für seinen Ausschluss stimmen würden.

Kwitsches resignative Grundstimmung resultiert erkennbar aus bisherigen Beobachtungen und dem jetzigen Gesprächsverlauf , der zeigt dass Angst und  Abwehr auf Egons Seite kaum zu durchbrechen sein wird.

Soft Skill Antworter 4:

Egon stellt fest, dass es Verständigungsprobleme gibt und glaubt dass Kwitsche fremdgesteuert durch Heinz ist.

Alles Auslegungssache

Soft Skill Antworter 5:

Chronistin66 erklärt, dass Heinz jederzeit hier posten  könne, dass er einen eigenen Blog hätte  und dass sie kwitsche nicht verstünde.

Sie lenkt von der Ursprungsfrage ab und zeigt mangelnden Respekt und mangelnde Achtung vor Kwitsche  als Mensch und vor seinem Versuch Antworten auf Fragen zu bekommen, die sich viele stellen. Chronistins Soft Skills sind Härte und Konsequenz.

Kwitsche glaubt nicht dass Egon nicht weiß wie und warum sich die Situation so zuspitzte, sieht die Verwaltung eingeigelt hinter hohen Mauern und hofft dass es irgendwann gesellschaftlicher Konsenz sein wird, über diese Art “privater” Probleme auch öffentlich zu reden. Er sieht eine Doppelmoral der Verwaltung, einerseits nicht öffentlich zu reden vorzugeben und andererseits ausgesuchten usern selektierte Infos zukommen zu lassen. Er bedauert, dass seine guten Absichten in schlechte uminterpretiert werden und wünscht sich mehr Transparenz und Offenheit. Er wünscht der neuen Verwaltung und Heinz alles gute und bedauert noch einmal den Bruch.

Kwitsche zeigt Selbstdisziplin, Verantwortung, Großmut und Konsequenz

Soft Skill Antworter 6:

Verwaltungsmitglied zuzu erklärt, dass die neue Verwaltung keine neue wäre, sondern die alte – nur ohne Heinz.

Mir ist völlig unklar, ob dieses Fragen an sich abperlen lassen und mit Mätzchen und Spott auf ernsthafte Bemühungen anderer zu reagieren, auf sozialer Inkompetenz beruht (mangelndes Selbstwertgefühl, fehlendes Selbstvertrauen, Kritikunfähigkeit), gespielter Zickenalarm ist oder schlimmeres.

Soft Skill Antworter 7:

Paul Herbstwald glaubt dass die Verwaltung noch aus 7 Mitgliedern bestünde, wovon einer Enttäuscht wäre. Er hofft, dass die GG mehr Demokratie wagen.

Hier soziale Kompetenz zu entdecken, ist schwierig, da nur Meinung ohne Kenntnis veröffentlicht ist.

Es beginnt der übliche Austausch von Belanglosigkeiten und Geplänkel und wir setzen wieder ein mit Paul Herbstwald.

Soft Skill Antworter 8:

Wirksamkeit und Effizienz

Paul Herbstwald wünscht sich weniger Diskussion, um so bei Lesern mehr Wirkung zu erzielen. Das prozesshafte gemeinsame ringen um Erkenntnisse  soll  beendet werden zu Gunsten von Statements und Verlautbarungen.

Er glaubt, dass ich noch auf den GG schreibe und gibt vor mich zu kennen und meine künstlerische Arbeit zu schätzen.

Er sieht im Beziehungsabbruch von 7 Menschen eine provinzielle Befindlichkeitsstörung, glaubt immer noch, dass die Verwaltung aus 7 Personen bestünde und gibt als Ziel für die GG und das nächste Jahr aus, mehr Demokratie zu wagen.

Zielorientiert mit qualitativer Verbesserung solle das Projekt GG weiter bestehen – ob mit oder ohne H.

Soft Skills hier im Bereich Härte, Fleiß, Konsequenz -  Defizite im Bereich Perspektivenübernahme, Wahrnehmung, Respekt, Achtung, Selbstbeobachtung, Teamfähigkeit. Bleibt anzumerken, dass er den Charakter der GG ändern will und das Ursprungsthema nur als Stichwortlieferant für seine Umbaupläne nutzt.

Soft Skill Antworter 9

Chronistin66 fragt sich, warum sich die Prägung und Ausrichtung der Verwaltung zwar mit meinem Weggang geändert haben soll, aber nicht mit pitos Ausscheiden.

Sie fragt sich warum ich nicht mehr auf den GG schreibe und warum man mich vermisst.

Diese  rhetorischen Fragen dienen der Stabilisierung ihrer Gruppe und sollen ihren Status festigen. Es zeugt also von Kooperation, Teamfähigkeit und Flexibilität.

Es folgt allerlei Geplänkel zu anderen Themen und wir machen weiter mit Muttis Spaßmacher

Soft Skill Antworter 10:

“Mutti hat Spaß denkt Vati” ärgert sich über meinen Blog, in dem von oben herab die GG kommentiert würden und EX-User ihre Emotionen hochkochen würden.

Er bezweifelt zuzus Kommunikationsfähigkeiten und bescheinigt ihr, patzig-trotzige Antworten zu geben.  Er überlegt, ob Paranoia oder Missverständnisse der Hintergrund für dieses Verhalten sind.

Er möchte das immer wieder auftauchende Thema “Wo ist Heinz – Warum hat er sich zurück gezogen – Warum sagt die Verwaltung nichts”  unbeantwortet beerdigt wissen.

Soft Skill Kompetenzen im Bereich Flexibilität, Härte, Konsequenz, Verantwortung. Um den Gruppenfrieden zu erhalten, opfert er Außenseiter & Ausreißer.

Wir sind auf Seite 4 von 7 angelangt und  Fortsetzung folgt



Wenn der Pawlowsche Schwanz den Hund wackelt – Abgesang 1

13. November 2010

Während ich noch schwanke, ob mein größter Fehler beim Projekt Gelsenkirchener Geschichten die Einführung der exzessiv formulierten Netiquette war oder doch das Konzept des Zufälligen bei der Inner Circle Oligarchie Truppe, wird möglicherweise die “Verschlossene Auster des Jahres” den  GG in ihrer Rolle als Partnervermittlungsinstitution  zugesprochen werden.

Viel Unheil und Stagnation entstand daraus und wiegt den zweifelhaften Unterhaltungswert, der sich durch die GG gefundenen Tandems wie Bonnie und Clyde, Gustav Gans & Daisy DuckGomez Alonzo und Morticia Addams oder letztens Paola & Kurt  Felix, nicht ganz auf.

Lenin Trotzki Original

Lenin und Trotzki zensiert

Die mich berührende “Hosianna & Kreuzige ihn”  Erfahrung (immer wieder beeindruckend, wenn Individuen sich zu Massen-Masken verwandeln) ging nahtlos über in das Vergnügen, meiner Trotzkisierung jüngst sogar auf einer öffentlichen Veranstaltung beiwohnen zu dürfen. Die kleinen und größeren Verrenkungen der Menschen, mich aktiv zum Unerwähnten zu ignorieren, haben in ihrer Unbeholfenheit schon wieder einen fast liebenswürdigen Charme. Jedenfalls sind sie mir sympathischer als die Taschenspieler Tricks der K-Linken, die solche Konflikte ideologisch unterfüttert in Haupt- und Nebenwidersprüche abspalteten. Die Grausamkeiten bleiben gleich, sind nur gefälliger verpackt – und wie wir alle wissen, bestimmt heute Verpackung den Inhalt. Form follows function war einmal.

Wenn Gruppen Gedanken erdrücken

Hunger? Mehr Essen!

An diesem Beispielfred möchte ich einmal exemplarisch belegen, dass die Gelsenkirchener Geschichten eine piefig-spießige abgeschottete Sektenveranstaltung geworden sind, die freien Gedankenaustausch unterbinden, aktiv verhindern und nur noch als Name-Dropping und Selbstdarstellungsplattform für einige wenige dienen.

Troy bzw. die Verwaltung unterstützt löblicherweise ein zivilgesellschaftliches Hilfsprojekt einer Gelsenkirchenerin in dem Heimatdorf ihrer togolesischen Eltern.

So weit so gut. Doch dann fängt das Elend an.

Astrid Becker alias Jazzam wird als Ansprechpartnerin zu allen Fragen rund um das Projekt vorgestellt und bekennt vollmundig, über Anregungen aller Art dankbar zu sein. Es tauchen anregende Fragen auf. Die Beantwortung der Fragen wird abgelehnt, die  Fragen werden als unverschämt bezeichnet, der Fragesteller je nach Lesart als Troll, Störer, neoliberaler Niebeldirk oder auch Neonazihandlanger gesehen und aus den GG verbannt.

Doch zuvor meldet sich unvermeidlich Pünktchen HelmutWäh zu Wort und erzählt in Prosa, dass er beinahe auch schon mal selber ein Hilfsprojekt gestemmt hätte, wenn nicht dies oder das dazwischen gekommen wäre. Etwas später präsentiert er wie immer die originelle Idee, dass der Künstler auch ein Bild stiften könne, inszeniert sich als feinfühliger Damen-Beschützer Kavalier, um gegen Ende des 7 Seiten Freds selbstlos-bescheiden zu verkünden, das er den Oberbürgermeister für das Projekt in Geiselhaft genommen hat.

Die Verwaltung verlautbart selbstreferenziell, dass der Verein Avenir die Projektidee auch klasse fände, Presseartikel werden zitiert und irgendwann stellt irgendwer die unvermeidliche Frage “Was hat das alles mit Gelsenkirchen zu tun?”

Man ist beleidigt und lässt Publikumslieblingdarsteller Lo-Lancelot ran, der die Frage zwar nicht beantwortet aber bereitwillig als Vorlage für sein Wortspielerei-Hobby aufgreift.

Etwas später reagiert zuzu beleidigt, pito kommt im Imperativ (lass es!) daher und die Verwaltung schützt sich mal wieder vor einem Nachdenken mit der missbräuchlichen Auslegung der Netiquette.

Welche bösen Fragen wurden gestellt?

Der Reihe nach:

1. Gibt es noch ein anderes Spendenkonto als das der GG?

Die Frage blieb unbeantwortet. Auch wenn die Frage möglicherweise nur dazu diente Misstrauen zu säen, hätte die Verwaltung hier eine klare und deutliche Sprache sprechen müssen und genauere Angaben machen müssen. Statt vertrauensbildender Maßnahmen kam nur beleidigtes Geplänkel. In Zeiten der Spenden-Tüvs und Spenden Siegel doch zu dünn und zu wenig.

2. Was hat das mit Gelsenkirchen zu tun?

Glücklicherweise sprang pito für die Fragen-Ansprechpartnerin und die Verwaltung ein und fasste zusammen.

3. Ist diese Hilfsform sinnvoll?

Keine Erklärung

4. Ist das Subsidaritätsprinzip gewahrt?

Keine Erklärung

5. Produziert die Hilfe Abhängigkeiten?

Keine Erklärung

6. Verstellt der “Internationalismus Ablasshandel” den Blick auf die Defizite und Mängel in der direkten Nachbarschaft?

Keine Erklärung

Alles Fragen über die sich weltweit Menschen die Köpfe zerbrechen – nur nicht auf den GG. Im Gegenteil, hier wird der Fragesteller auch noch rausgeworfen und eine absurde Begründung für diesen Rauswurf konstruiert. Immerhin hat sich die Verwaltung da noch die Mühe gemacht irgendwas zu begründen. Mein Rauswurf aus verschiedenen GG-Arbeitsgruppen war nicht mal ne Info an mich wert. Was für eine scheinheilige Armseligkeit, Cliquenwirtschaft und welch ein Rückfall in archaischen Gruppenzwang.

Ich kann mir übrigens durchaus vorstellen, dass die Flugkosten für den Projektleiter durch Spendengelder gedeckt werden könnten und sollten. Auch hier kein Gedankenaustausch, keine Erklärung – nur Empörung und Erregung und Verhinderung des öffentlichen Gespräches.

Das hatte ich mir vor 4 Jahren nicht vorgestellt oder gewünscht, als ich die GG initierte. Ich wollte zwar ein möglichst perfektes virtuelles Spiegelbild der realen Stadt, habe aber völlig ausgeblendet, dass zur Perfektion auch die Filzokratie, Borniertheit, Brain-Drain und die sich verweigernden Naserümpfer-Bildungsbürger gehören – wirklich dumm von mir.

Na ja und die Künstler, die den Stallgeruch der GG fürchten, sollten nicht unerwähnt bleiben.

Säckeweise Asche über mein Haupt für meine Idee, eine in ihrer Strenge so noch nie da gewesene Netiquette für die GG zu komponieren. Asche nur noch bis zum 31.12.2010, danach wird dieses Splitterchen befriedet im Käseigel spicken. Mein Gesprächsangebot an Marie, Sabine, Lothar, Ralf, Egon, Meik, Jesse, Helmut W. und Michael W. ist hiermit nach einem knappen Jahr beendet.  Die Netiquette wird wohl noch einige Zeit darüber hinaus missbraucht werden, um den geneigten Leser der GG endgültig zu Tode zu langweilen und mit belanglosen Beliebigkeiten  zu foltern.

*Nachtrag auf Nachfrage:

mit der Einstellung meines Gesprächsangebotes nach einem Jahr meine ich sowohl Gespräche auf der Sachebene,  wie auch die zwischenmenschliche Beziehungsebene. Von diesen Formen von Kumpanei, Heuchelei, Freundschaft, Bekanntschaft, Zweckbündnissen etc. möchte ich mich doch lieber unabhängig halten.

Und nein, ich habe keinen Groll gegen irgendjemand – wir alle strampeln nur wie der Frosch in der Milch und den wenigsten ist vergönnt, dass daraus Butter wird und sie dem Topf entkommen.

Und ja – ich versuche nach wie vor noch für mich einen zusammenfassenden Rückblick zu schreiben. Ob ich den veröffentlichen werde, kommentieren lasse oder zur Diskussion stelle, weiß ich immer noch nicht. Nach wie vor ist es mir ein Handicap, keinen Zugriff auf meine in 3 Jahren geschriebenen Verwaltungsinternen Texte zu haben – der großzügig-freundlichen Verweigerung meiner Ex-Kollegas sei Dank dafür.

In diesem Sinne – wenn schon nicht Liebe, dann wenigstens:

 


November Praxis-Artisten in der Kunstetage

8. November 2010

Koan

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Ein Priester trat vor Tao-hsin und sprach:

Ich möchte Gutes tun, aber die Menschen befolgen meine Ratschläge nicht.”

Tao-hsin schlug ihn ins Gesicht.

Das tat gut!

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von Oven Straße 10

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Arts-Praxis

von Oven Straße 10

45879 Gelsenkirchen

www.arts-praxis.net

Sprechstunden nach Vereinbarung

 

 

 

 

Angela Polowinski *1955

Blue Angela

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Es heißt dass der < klick Bund Gelsenkirchener Künstler klack> Angela die Aufnahme verweigerte, weil ihre Bilder zu “therapeutisch” wären.  Ob damit gemeint ist, dass die Arbeiten zu harmonisch, zu symbolistisch, archetypisch, zu nah an Rudolph Steiner, Goethe oder C.G. Jung sind, oder nur einfach zu blau, weiß ich nicht.

Kraft, Ruhe, meditatives jedenfalls lassen die Bilder erspüren und sind doch meilenweit entfernt von klebrig süßer heile Welt Malerei.

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Angela  ist Lehrerin, Rhythmikpädagogin, Spielleiterin für Improvisationstheater,

Erinnnerungen (Angela Polowinski)

Heilpraktikerin für Psychotherapie und Kunsttherapeutin. Nach dem Abitur folgte von 1973 bis 1977 ein Kunststudium an der Gesamthochschule Essen. Von 1980 bis 2004  war Angela Lehrerin an der GS Gelsenkirchen. Neben der Lehrtätigkeit hat sie gemalt und ausgestellt.

Sie hat 2010 ein < klick Abgehängt-Banner klack> in der Hauptstraße GE gestaltet.

In der Arts-Praxis wird  sie <klick  Malkurse klack> geben und vor allem kunsttherapeutisch mit Flüchtlingskindern arbeiten.

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Beni Veltum *1987

Benis Bild

Ob Banksy ein Büro hat, weiß ich nicht. Beni, der in Dortmund Medienkommunikation / Grafikdesign studiert, hat jedenfalls eins in der Arts-Praxis. Dort entstehen die Entwürfe für seine Street-Art und dort führt er  Kundengespräche für seine Auftragsarbeiten.

Ein interessantes Spannungsfeld zwischen Non-Profit und und legalen bezahlten Auftragsarbeiten tut sich da auf.

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Beni Veltum

Ich bin gespannt in welche Richtung sich Benis Handschrift entwickeln wird und ob über der Botschaft des Mediums hinaus sich noch klarere Inhaltliche Positionen erkennen lassen werden.

Im Stadtbild ist er jedenfalls schon deutlich und prägend, seien es die legalen Graffitis am Tierheim, an Kioskwänden, Mauern, Garagen oder in Hinterhöfen oder die Streetart Bilder in halböffentlichem Raum wie in Industrieruinen

Weitere Arts-Praktikanten sind:

Hannah Pieneck Kommunikationsdesign

Carlo Feick Fotografie

Gitti Dietze Konzeptkunst (Nachtrag: ausgestiegen)

Jesse Krauß Grafikdesign

Helmut Warnke Malerei

Horst Schielmann Skulpturen
Claudia  S.  Coaching, Start-Up Konzepte

Etwas still scheint es mir um die Arts-Praxis geworden zu sein. Wie ich aus gewöhnlich schlecht unterrichteten Kreisen und absolut unzuverlässiger Quelle hörte, gibt es Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme und Klärungsbedarf bei einigen Fragen rund um die Restrenovierung, das Konzept, die Gemeinsamkeiten – sogar das Wasser soll seit 4 Wochen  abhanden gekommen sein.

Aber das werden möglicherweise böse Gerüchte sein.

Kein Gerücht ist, dass der Künstler und Internet-Yedi-Meister  pito sich weigerte, für seine Internet-Laien-Kollegen die Domain & e-Mail Accounts  einzurichten und einen Webauftritt zu gestalten.

Warum?

Weil “Heinz” ihn drum gebeten hatte und er keinesfalls bereit ist mit “Heinz” zusammen zu arbeiten und folgerichtig konsequent Selbstverstümmlung betreibt.

Künstler … tssss.

Was war noch?

Ach ja, Helmut Warnke, der Philosoph, Hausdichter und Malerfotograf der GG, ließ sich von seinen Gefühlen übermannen und machte Johnnie Walker Werbung “… der Tag geht – Johnnie Walker kommt.”

Die künstlerische Übersetzung hieß: “… kommt “Heinz” verlasse ich den Raum.”

Einmal mehr großes Kino eines sich pathologisch von “Heinz” verfolgt fühlenden und mal wieder Anlass für eine Diveninszenierung auf Kosten anderer.

Wenn die Vorurteils-Faustformel gilt, je  neurotischer,  exzentrischer,  egomaner,  antisozialer, desto kreativer der Künstler, dann wird Gelsenkirchen sicher bald mit außergewöhnlicher Kunst überflutet werden.

Der Künstler – mehr der Lebenskunst als unbeschwertem Lebensgenuss zugeneigt oder doch eher das eigene Leben als Kunstwerk stilisierend?

Ich bin gespannt auf die künstlerischen Antworten der Arts-Doktoren auf diese Fragen. Übrigens sollen Scheinarzneimittel und Scheinoperationen ja sehr wirkungsmächtig sein.

Placebo – Nocebo – egal – wichtig iss ja auffem Platz.

Ich drücke den Kunst-Schamanen für gutes Gelingen die Daumen.


Ausgechilled und eingepackt

2. November 2010

Humoristen an der Schüppe

Abgehängt 2010

Während hie und da von Ex-Verwaltungs-Kollegas wider besseren Wissens öffentlich Weh- und Klagegeschrei über “Heinz” zu hören ist,  der angeblich die Verwaltung mit Arbeit überhäuft hat, um sie dann im Stich zu lassen, nehmen andere  “Heinz” den Zugang zur Arbeitsgruppe “Abgehängt” auf den GG.

Abgehängt

Während mir Troy wider besseren Wissens User-Ausspionage unterstellt, erwartet Emscherbruch genau den Bruch des Datenschutzes von mir, nämlich die Preisgabe der e-mail Adresse des Deep-Throat users, der hier einen Verwaltungsinternen Text einstellte (hallo GG-Leak).

Abgehängt

Während die Ex-Kollegas sich selbst Absolution erteilen (..ja, wir haben Fehler gemacht, – sagen aber nicht welche – ) und ihre Weigerung über die Ziele, Inhalte, Ausrichtung der GG nachzudenken, schnodderig mit “.. wir haben andere Dinge zu tun gehabt” (Zitat Emscherbruch) begründen, nähert sich das Jahr dem Ende.

Mein Interesse zum Jahresende einen Rückblick über die ersten 3 GG Jahre zu veröffentlichen, köchelt bei eisigen Minusgraden auf Sparflamme.

Wie schön dass ich heute den Kalender der Urbanausen in den Händen hielt und sofort große Lust hatte, meine Eindrücke aufzuschreiben.

Chill-out-Areas hemmungslos Gedankenfrei

Blättert man den Kalender bis November durch, gibt es nichts zu meckern, im Gegenteil – er ist bis auf manche mangelhafte Auflösung der kleineren Bilder  gut gestaltet und gefällig.

Sicher hätte das Papier dicker sein müssen und pitos kleinteilige Zeichnungen kommen in dem Format nicht wirklich rüber, aber das kann als Zugeständnis an die Funktionalität akzeptiert werden.

Mies wird es, wenn das Dezemberblatt kommt. Statt wie vorgesehen 10 + 2 Künstler im Kalender zu haben, findet sich hier eine Fotobildergeschichte die wohl “the making of” zum Inhalt hat.

Kann man machen.

Auf Rückseiten.

Völlig vertan wurde die großartige Chance, die Bilder (und Künstler)  durch Paten oder  Kuratoren begleitend kommentieren zu lassen.

Eine leere Rückseite nach der anderen.

Kein Kulturdezernent Dr. Beck, kein Kulturamtssleiter Dr. Bandelow, keine Museumsleiterin Leane Schäfer, kein Kirchen-Kulturbeauftragter Thomas Schöps, kein WAZ Kulturredakteur, kein Kunstvereinsvorsitzender Ulrich Daduna, kein Rektor der Kunstakademie Münster Maik Löbbert, kein Philosoph Peter Trawny usw. usw. haben die Bilder kommentiert oder die Künstler  gewürdigt.

Nichts.

Leere.

Dies korrespondiert mit der Inhaltsleere des 10 seitigen  GG-Abgehängt Freds, wo bis auf den user Josel (von der Verwaltung argwöhnisch beobachtet) und den user buerio (von der Verwaltung rausgeworfen) sich meiner Erinnerung nach niemand thematisch auf die Bilder einlässt.

Weder Tugces Bild über Gewalterfahrung in GE, noch Franz Kruses goldene Moscheaussicht, weder Rabes spötteln über hasenfüßige Bürger noch Angelas Fluchtversuche sind irgend jemandem einen Gedanken wert. Nicht Axel Sohnius Filzokratie-Persiflage noch pitos Krytographie findet einen Widerhall.

Man könnte fast glauben, die Bilder wären allesamt schlecht.

Oder lag es an der  Vermittlung?

Wie auch immer, die GGler feiern sich wieder und  wie immer werden sie meine Fragen und Anmerkungen  als böse Brunnenvergiftung eines verwirrt-verbitterten abtun.

Wems gefällt.

Auch wenn jeder einzeln Beteiligte ganz sicher viel Zeit & Arbeit in die Umsetzung gesteckt hat, riecht das nach einem schnell zusammen geschusterten Notprojekt. Ich werde den Kalender weiter empfehlen, obwohl hier einige Riesen-Chancen verzockt worden sind.





Ästhetisch Erinnern

29. Oktober 2010

Ohne Zweifel…

war Peter Roses fundierter Vortrag  über Paul Celan  eine gelungene Einleitung zur Vorstellung des Buches über das Projekt Stolpersteine in der Buchhandlung Junius am Mittwoch Abend.

Ohne Zweifel…

ist das Buch “Vor meiner Haustür – Stolpersteine – von Gunter Demnig” aus dem Gelsenkirchener Arachne Verlag inhaltlich und gestalterisch vorzüglich…..

Ohne Zweifel …

ist Ludwig Baum ein begnadeter Rezitator und traf eine äußerst kluge Textauswahl,  löste die Bedrückung gelungen durch Texte mit Beispielen jüdischen Humors auf…

Ohne Zweifel….

war die Veranstaltung mit 60 Personen sehr gut besucht…..

Aber:

welchen Sinn macht eine Kultur des Erinnerns mit 60 Menschen, deren Altersdurchschnitt  knapp unter 70 Jahre lag und die sich sicherlich nicht zum ersten mal gefühlsmäßig, intellektuell, politisch und kulturell mit der Shoa auseinander gesetzt haben?

Rückblickend die Verbrechen zu verurteilen ist eine einfache Übung die nichts kostet, zumal es keine rückwirkende Nagelprobe in Sachen eigener Zivilcourage und Anständigkeit  gibt.

Wie schön wäre doch eine Erinnerungsveranstaltung, die gekoppelt wäre mit der Auseinandersetzung mit den eigenen kleinen und großen Schwächen und dem Dunklen in uns allen. Die Ursachen des Faschismus sind vielfältig  – neben der üblichen Verantwortungsdiffusion (das System, die Struktur, die Ökonomie usw.) kann, darf, soll und muss jeder sich und sein eigenes Verhalten auf den Prüfstand stellen.

Ich habe jedenfalls amüsiert-melancholisch zur Kenntnis genommen, dass Werner, der Künstler der nicht mehr mit mir spricht weil ich ihn nicht zum Projekt “Abgehängt” einlud, ebenso anwesend war wie Marie, die nicht mehr mit mir spricht, weil ich über Konflikte reden wollte, statt sie auszusitzen.

Heike, die mir zusammen mit Andreas öffentlich die Unterstützung von Pädophilen vorwarf (!) war auch da. Erstklassiger Rufmord an mir, um sich selbst als moralisch Edle zu stilisieren. Holocaust-Erinnerungs-Profiteure dürfen das wohl. Vielleicht hat den Beiden diese Mischung aus rührseliger Betroffenheit, persönlicher Eitelkeit und  Sucht nach dem Ansehens-Benefit den Blick darauf verstellt, dass sie sich hier eines üblen Nazi-Propaganda-Tricks bedienen. Jedenfalls klagen die viel an, nehmen es mit der eigenen persönlichen politischen- und Psychohygiene aber nicht so genau.

Wer war noch da? Ach ja Elena… – kurz – all die Kommunikations- und Verhaltensexperten, die ausblenden wie die eigene Eitelkeit & Angst, wie Gruppendruck und ihr Umgang mit Minderheiten so wie schon vor 80 Jahren Basis für totalitäres ist.

Ich bin gespannt, ob es auch mal Erinnerungsveranstaltungen geben wird, die von Gestern auf Heute kommen, vom “die da damals” zum “wie verhalte ich mich selber heute” finden …..


H. Peter Rose

Von der Notwendigkeit des Erinnerns

Vorstellung des Begleitbuches

von Joachim Rönneper

Vor meiner Haustür –

Stolpersteine“ von Gunter Demnig

am 27. Oktober 2010 in der

Gelsenkirchener Buchhandlung Junius

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I. Paul Celan und die Entstehung der „Todesfuge“

Den Text der einleitend von Ludwig Baum vorgetragenen „Todesfuge“ hat Paul Celan 1944/45 zwischen Krieg und Frieden, Terror und Befreiung aufgeschrieben, nachdem sowjetische Truppen seine Heimatstadt Czernowitz an der rumänisch-ukrainischen Grenze in der Bukowina besetzt und Krieg und Nazi-Terror beendet hatten. Geblieben waren ihm nur noch wenige Überlebende in einer aus den Fugen geratenen Welt. Europa hatte einen historischen Tiefpunkt erreicht. Von Zukunft konnte keine Rede sein. In dieser Situation der Irrungen und Wirrungen, versuchte der 25jährige Paul Celan, in Worte zu fassen, was ihn bewegte, und zu einem lyrischen Kunstwerk zu formen. Entstanden ist ein verrätseltes poetisches Gedicht, das uns immer wieder die Sprache verschlägt, wenn wir es hören oder lesen und seinen Inhalt bedenken.

Ein kurzer Blick auf den Lebenslauf von Paul Celan soll veranschaulichen, was sein Leben bis dahin geprägt hat und somit auch in seiner „Todesfuge“ drinsteckt:

Am 23. November 1920 als Sohn deutschsprachiger jüdischer Eltern geboren, wächst er bis zum Abitur in Czernowitz auf. Schon früh weckt und entfaltet die Mutter in ihm die Liebe zur deutschen Literatur. Miteinander wetteifern sie im Zitieren deutscher Klassiker. Die Mutter besteht darauf, dass zu Hause nur Schriftdeutsch gesprochen wird. Der Sohn lernt in der Schule Rumänisch und – auf Verlangen des Vaters – bei einem Hauslehrer Hebräisch. Der sprachlich also gut integrierte Celan verfasst bereits mit sechzehn Jahren eigene lyrische Texte in deutscher Sprache, die ihm durch die „Muttermilch“ im wahrsten Sinne zur „Muttersprache“ geworden ist.

Seine Heimat, die Bukowina, so wird er später einmal sagen (Zitat:) „…war eine Gegend, in der Menschen und Bücher lebten“. Und ich füge hinzu: Es war eine von deutschsprachigen, jedoch nicht von deutschen Juden geprägte Kulturmetropole. Der jüdische Bevölkerungsanteil lag bei mehr als 30 %.

Als Schüler macht er seine ersten Erfahrungen mit dem Judenhass, der sich nach dem 1. Weltkrieg in den Staaten der ehemaligen Donaumonarchie Österreich-Ungarn und in Deutschland ausbreitet und zunehmende Pogromstimmungen erzeugt. Wegen antisemitischer Übergriffe wechselt er vom Oberrealgymnasium in ein Staatsgymnasium mit überwiegend jüdischen Schülern. Nach dem Abitur zieht es ihn 1938 nach Frankreich, in das Land der europäischen Avantgarde von Kunst und Literatur; er studiert in Tours Medizin. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges zwingt ihn 1939 zur Rückkehr nach Czernowitz. Hier beginnt er ein Romanistik-Studium.

Aber der Krieg verändert alles. Der Nichtangriffspakt zwischen Hitler und Stalin schlägt 1939 den nördlichen Teil der rumänischen Bukowina der Sowjetunion zu. Die Abtretung wird im Sommer 1940 vollzogen. Damit beginnt auch in Czernowitz die Sowjetisierung mit Verhaftungen, Enteignungen und Deportationen. Davon sind vor allem Juden betroffen.

Ein Jahr später überfällt die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion und marschiert auch in Czernowitz ein. Den Juden werden sofort die Bürgerrechte abgesprochen und sie müssen Zwangsarbeit leisten. Das Tragen des gelben Judensterns wird zur Pflicht. Es folgen zunächst „Umsiedlungen“ ins Ghetto und dann Verschleppungen in Arbeitslager. Paul Celan wird 1941 zur Zwangsarbeit im Straßenbau verpflichtet. Seine Eltern werden 1942 in ein Arbeitslager nach Transnistrien (Ukraine) verschleppt. Dort stirbt der Vater im Herbst an Typhus; die Mutter wird im Frühjahr 1943 durch Genickschuss „hingerichtet“.

Als 1944 die Rote Armee zum zweiten Male Czernowitz erobert, sind die Eltern tot. Auch die meisten seiner verschleppten Verwandten, Freunde und Bekannten kommen nicht mehr zurück; sie sind tot oder vermisst. Er muss nun wieder (Zitat:) „den Antisemitismus in seiner sowjetischen Spielart“ ertragen, kann aber als Arzthelfer in einer Klinik und als Übersetzer seinen Lebensunterhalt bestreiten.

Er hat überlebt. Wie für viele Juden gilt auch für Paul Celan die jüdische Devise „Weitermachen!“ Aber wie? Denn – die Erinnerung an das erlebte grausame Geschehen treibt in um, raubt ihm den Schlaf und quält seine Seele. Doch als Jude weiß er um die Bedeutung von Sprache und Schrift für das Erinnern und gegen das Vergessen. Daran arbeitet er sich mit seinen sprachlich-künstlerischen Mitteln daran ab.

Er sucht und findet ungewöhnliche Sprachbilder und Wortmelodien und verarbeitet sie zu lyrischen Texten, um sowohl seine Lage zu klären als auch die Sinne und den Verstand der anderen und der Nachgeborenen zu aktivieren, weil das Erinnern an ein unvorstellbares, unglaubliches Geschehen für die Zeit danach erhalten bleiben muss.

1945 verlässt Paul Celan Czernowitz, zieht zunächst nach Bukarest, dann weiter nach Wien und wird schließlich 1948 endgültig in Paris als Schriftsteller und Lyriker sesshaft. Es ist kein leichtes Leben, und Lyrik ist ein hartes Brot. Er muss sich weiter Durchbeißen. Im Nachkriegsdeutschland findet seine Lyrik so gut wie keine Beachtung.

Die „Todesfuge“ hatte zunächst keinen Titel. 1947 erscheint das Gedicht zum erstenmal in rumänischer Übersetzung in einer Bukarester Zeitschrift unter dem Titel „Todestango“. Ein Kommentar begründet das damit, dass ein SS-Leutnant in einem Lager bei Czernowitz jüdischen Geigern befohlen habe, bei Märschen, Folterungen, Hinrichtungen und beim Gräberschaufeln, einen Tango mit neuem Text als ‚Todestango’ zu spielen.

Anfang der 1950er Jahre trifft ihn, den Lyriker deutscher Sprache, das Verdikt von Theodor W. Adorno:

„…nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch…“ (1951). Celan notiert dazu: „Kein Gedicht nach Auschwitz (Adorno): was wird hier als Vorstellung von ‚Gedicht’ unterstellt? Der Dünkel dessen, der sich untersteht hypothetisch-spekulativerweise Auschwitz aus der Nachtigallen- oder Singdrossel-Perspektive zu betrachten oder zu berichten…“ Trotz beiderseitiger Bemühungen kommt es zu keiner Verständigung.

Offenkundig tickt auch die literarische Elite im Nachkriegsdeutschland anders: Während der 10. Tagung der „Gruppe 47“ im Mai 1952 in Niendorf trägt auch der eingeladene Paul Celan seine Gedichte vor. Sie stoßen auf wenig Verständnis. Einige Teilnehmer machen sich sogar in infamer Weise über Paul Celan lustig. Hier ist für Lyrik oder Poesie kein Platz, sondern Neo-Realismus angesagt. Der wohl größte deutschsprachige Lyriker ist zutiefst verletzt und wird von jüngeren Autoren getröstet.

Daran ändert auch die Ende 1952 erschienene Gedichtsammlung „Mohn und Gedächtnis“ nichts. Er schreibt, weil er muss, dennoch weiterhin Gedichte und Essays in seiner geliebten deutschen Muttersprache – bis zum bitteren Ende. Um den 20. April 1970 herum ertränkt sich der staatenlose Paul Celan in seiner Wahlheimat Paris in der Seine.

Auch Primo Levi, ein italienischer Jude, hat in seinen Büchern aufgeschrieben, was er in Auschwitz erlebt hat und wie schwer ihm das Überleben geworden ist. In seinem letzten Buch „Die Untergegangenen und die Geretteten“, erschienen 1986, findet sich die verzweifelte Feststellung: „Nicht wir, die Überlebenden, sind die wirklichen Zeugen (…) Wir Überlebenden sind nicht nur eine verschwindend kleine Minderheit: wir sind die, die aufgrund von Pflichtverletzung, aufgrund ihrer Geschicklichkeit oder ihres Glücks den tiefsten Punkt des Abgrunds nicht berührt haben. Wer ihn berührt, wer das Haupt der Medusa erblickt, konnte nicht mehr zurückkehren, um zu berichten, oder er ist stumm geworden.“ Ein Jahr später, 1987, beendet auch Primo Levi sein Leben selbst.

II. Kunst schafft Fixpunkte des Erinnerns

Mit der „Todesfuge“ hat uns Paul Celan ein Gedicht hinterlassen, in dem er das willkürlich herbeigeführte Leiden und Sterben von Millionen geschundener Menschen mit seinen künstlerischen Mitteln, der Lyrik, stimmig und spürbar zum Ausdruck bringt. Er hat auf der „Höhe der Zeit“ ein künstlerisches Zeitdokument geschaffen, das mittlerweile zu einem zeitlosen Kunstwerk für das Erinnern geworden ist. Solche Fixpunkte, an denen sich Erinnern festmachen lässt, können Werke der Literatur und der bildenden Kunst schaffen. Das ist sowohl bei der „Todesfuge“ als auch bei den „Stolpersteinen“ der Fall. Während Paul Celan die ganz persönliche Wahrnehmung seines Einzelschicksals, also ein unmittelbar erlittenes Geschehen, in einem lyrischen Gedicht festhält und öffentlich „zu Protokoll gibt“, damit es nachlesbar und nachvollziehbar bleibt, pflastert Gunter Demnig gleichförmige „Stolpersteine“ in die Bürgersteige „vor unserer Haustür“. Es sind ebenso ungewöhnliche wie unaufdringliche Anstöße zum Innehalten und Erinnern wie zum Gedenken im Alltag.

Wo sie liegen, haben einst Menschen gewohnt und mit anderen Menschen nachbarschaftlich zusammengelebt und als Kinder mit anderen Kindern gespielt, bis sie in die Mühlen einer perfekt organisierten und von der SS gemanagten industriellen Tötungsmaschinerie des Nazi-Regimes geraten sind: Zunächst diffamiert und verfolgt, dann aus ihren Wohnungen vertrieben und in Konzentrationslager verschleppt, um, wie die Nazi-Ideologie es von Anfang an wollte und propagiert hatte, als „unwertes Lebens“ vernichtet, ausgerottet, zu werden. „Unwertes Leben“ – das waren vor allem Juden, politisch Verfolgte, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma und Behinderte. An all diesen Menschen wurde die perfekt geplante „Endlösung“ vollstreckt.

Gunter Demnig will diese Ermordeten vor dem drohenden Vergessen bewahren und ihre Anonymität mit seinem Kunstprojekt überwinden. Mit jedem verlegten „Stolperstein“ hebt er das einzelne Opfer aus der unvorstellbaren Masse der „Toten ohne Begräbnis“ heraus und gibt ihm mit dem Namen auf dem Stein auch die menschliche Würde wieder zurück.

Stolpersteine“, das sind schlichte Betonwürfel (10 x 10 x 10 cm) mit einer aufmontierten Messingplatte, darin eingraviert: „HIER WOHNTE… darunter Name, Lebens- und Todesdatum, Ort der Ermordung“ – das ist alles. Günter Demnig versteht sein Projekt als „Kunstaktion“, die „Vergangenheit mit Zukunft“ konfrontiert. Die persönliche Verlegung der Steine ist seine Signatur. In den vergangenen zehn Jahren hat Günter Demnig über 24000 „Stolpersteine“ verlegt. Diese kleinen, im Sonnenlicht goldglänzenden „Stolpersteine“ befinden sich inzwischen vor den Haustüren auf den Straßen in rd. 550 deutschen und zahlreichen Städten verschiedener europäischer Länder.

Auch in Gelsenkirchen konnten 2009 und 2010 durch die private Initiative „Gelsenzentrum“ von Andreas Jordan und seiner Frau Heike 18 Steine an 10 Stellen verlegt werden. Beide Verlegungen hat Jesse Krauß (Pito) eindrucksvoll und informativ auf Videos dokumentiert und ins Internet gestellt („gelsenkirchener-geschichten.de“).

Das Stolperstein-Projekt basiert auf zivilgesellschaftlichem Engagement. Jeder, der will, kann mitmachen und sich mit Gunter Demnig direkt in Verbindung setzen. Inzwischen haben sich zahlreiche Initiativgruppen und Patenschaften gebildet, die Einzelschicksale recherchieren, Verwandte, die überlebt haben, aufspüren und nach ehemaligen Freunden und Nachbarn suchen, um mühsam die persönlichen Geschichten einzelner Opferschicksale zu dokumentieren zu können, die sich hinter den knappen Daten auf jedem einzelnen „Stolperstein“ verbergen. Sie sammeln Spenden, vermitteln Patenschaften, stimmen Formalitäten mit Behörden ab und schaffen so die Voraussetzungen dafür, dass Gunter Demnig in seinem Transporter mit Werkzeug und Material anreisen kann, um die „Stolpersteine“ – unfallsicher – zu verlegen. Für 95 € pro Stein.

Auf diese Weise entsteht durch Demnig (Zitat:) „ein wachsendes, dezentrales Denkmal, ein Kunstwerk im ständigen Werden begriffen… eine Art ‚Soziale Skulptur’“. Denn jeder, der sich über einen „Stolperstein“ beugt, um den Namen darauf zu lesen, verneigt sich vor dem Opfer und wird zum Mitgestalter dieser Skulptur, weil er sich ganz persönlich und intim einen Augenblick lang erinnert. Damit sind die „Stolpersteine“ auch eine zivilgesellschaftliche Alternative aktiven privaten Erinnerns zu den kollektiven offiziellen Gedenkritualen vor monumentalen Denkmälern.

Gunter Demnig ist wie Sysiphus unterwegs.

Er rollt allerdings nicht ein- und denselben Stein immer wieder den Berg hinauf, sondern er bückt sich, geht auf die Knie und pflastert sie Stein für Stein in die Erde, wohl wissend, dass er mit all seinem Fleiß und seinem unermüdlichen körperlichem Einsatz nur einem Bruchteil der mehreren Millionen Opfer Namen und Würde zurückgeben kann. Gunter Demnig lässt keinen Zweifel daran, dass er weitermachen will, wenn er schreibt: „Wann ich den letzten Stein verlegen werde, weiß ich natürlich nicht. Ich bin jetzt 62. Picasso hat bis 90 gearbeitet.“

III. „Vor meiner Haustür“ – ein Lese- und Arbeitsbuch

Das von Joachim Rönneper herausgegebene Buch „Vor meiner Haustür“ versteht sich als Begleitbuch. Es ist als Lese- und Arbeitsbuch konzipiert. Ein Arbeitsbuch, weil seine breiten Seitenränder viel Platz lassen für eigene Randnotizen, seien es Fragen oder Kommentare. Vor allem aber ist es ein Lesebuch. Es informiert einleitend über das Konzept des Aktions- und Installationskünstlers Gunter Demnig, beschreibt seine Intentionen und seine Arbeitsweise und berichtet über Reaktionen, die das „Stolperstein“-Projekt ausgelöst hat.

Die Lektüre des Beitrages „Denken – Gedenken – Mahnmäler heute“ kann ich besonders empfehlen, weil der Kunstexperte Manfred Schneckenburger sich darin kritisch und aufklärend mit der Erinnerungskultur in Deutschland und mit dem, was sich heute sogar schon „Erinnerungspolitik“ nennt, befasst.

Der zweite und dritte Teil enthält literarische Texte von Autoren, die mit ihren Erlebnissen und Erfahrungen das Erinnern wach und lebendig halten wollen. Ludwig Baum hat einige ausgewählt, die er uns gleich vortragen wird.

Im letzten Teil erfahren die Leser dann noch Biografisches über die Person und Künstlerpersönlichkeit Gunter Demnig.

Kurzum – das Buch ist eine runde Sache für die eckigen Stolpersteine.

IV. Stolpersteine – Stachel wider das Vergessen

Jeder „Stolperstein“ ist ein Stachel gegen das Vergessen, Verdrängen und Verschleiern und für das Erinnern an eine finstere Zeit unserer deutschen Geschichte. Denn es sind allemal grausame Geschichten und entsetzliche Schreckensbilder, von denen wir uns nur schwer eine konkrete Vorstellung machen können, wenn wir Begriffe wie Auschwitz, Holocaust, Shoa, Genozid, Endlösung, Todesmarsch hören. Allerdings können hierbei Literatur und Künste mit ihren verschiedenen Darstellungsweisen veranschaulichen und damit wahrnehmbar machen, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt. Vorausgesetzt, wir sind offen für das, was uns Literatur, Musik und bildende Künste und (in Maßen auch die Wissenschaft) vermitteln, dann können sie die Bilder in unseren Köpfen aktivieren und beeinflussen und machen das Erinnern durch uns selbst zu einem kreativen Prozess.

Erinnern heißt nicht, in Sack und Asche gehen, sondern innezuhalten und nachzudenken, um vielleicht doch aus der Geschichte für Gegenwart und Zukunft zu lernen.

Das könnte auch hilfreich sein für die aktuelle Diskussion über Zuwanderung und Integration von Menschen aus anderen Kulturen und auch für die damit einmal mehr wieder ausgelöste Debatte zum Verhältnis von Staat und Religionen in der Demokratie. Wer sie in den letzten Wochen aufmerksam verfolgt hat, konnte feststellen, dass dabei leider auch wieder rassistische Töne und Untertöne mitschwingen.

Da ist Wachsamkeit und Widerspruch und nicht Ruhe als die erste Bürgerpflicht geboten, weil es für den „im Namen des deutschen Volkes“ begangenen millionenfachen Massenmordes des Nazi-Faschismus auch nach 65 Jahren weder eine „Wiedergutmachung“ noch eine „Entschuldigung“ geben darf. Der bürgerlich-idealistische Kulturbegriff vom Guten, Schönen und Wahren ist mit der Erkenntnis zerbrochen, dass zur historischen Wahrheit auch das Böse gehört.

Dieses Faktum muss von uns ertragen, getragen und immer wieder erinnert werden. Es gehört zur deutschen Geschichte und zur deutschen Kulturnation ebenso dazu wie auch der staatenlose Europäer und Dichter Paul Celan mit seinem Werk Bestandteil der deutschen Kultur ist.


Blender und Geblendete

24. Oktober 2010

Während das Kunst- und Kommunikationsprojekt GG ein wenig in Selbstfindungsversuchen zwischendümpelt, ist ein Blick auf ein anderes Open Source und Common Lizenz Projekt vielleicht hilfreich.

Blender ist eine freie 3D Grafik Software, mit der man Animationen (Filme) erstellen kann. Zwei Schwerpunkte haben sich die weltweit vernetzten Akteure gesetzt:

1. die freie Software  weiter zu entwickeln

2. die Software anzuwenden, um freie Filme unter der Common Lizenz herzustellen

Der erste beeindruckende unter diesen Bedingungen hergestellte Film heißt Elephants Dream und beschäftigt sich allegorisch mit (halluzinierter) Realität und den Versuchen eine Scheinwelt mit allen Mitteln zum Schutz vor der realen Welt aufrecht zu halten. Wer mag, darf die Rolle des Proog und des Emo auf die Verwaltungsmitglieder der GG und den einen oder anderen user vor einem Jahr übertragen. Die Proogies ölen ihre Maschinenwelt fleißig weiter und empfinden nun schon die Frage nach der GG Satzung als Sand im Getriebe. Ein Jammer, ein großer Jammer.


Andere Blender Filme gibt es hier < klick >

 

Ein weiterer (melancholischer) am 30. September 2010 veröffentlichter Film ist Sintel, der sich über Spenden & Sponsoring finanzierte und es so auf ein Budget von  400 000 Euro brachte.

 

Wahrscheinlich Anfang 2011 erscheint “Projekt London,” ein von 250 Freiwilligen  erstellter Spielfilm, der eine Parallelwelt beschreibt, in der nach dem zweiten Weltkrieg die Außerirdischen Nalardians auf der Erde landen,  eine Weltregierung bilden und die Erde in einem trügerischen Frieden leben lassen. Widerstand und außerplanetare Konflikte sind natürlicht Pflichtprogramm.

Grassroots-Enthusiasten machen da also einen weiteren Film ohne Budget, zusätzlich wird ein Comic erscheinen – spannend.

Um den Bogen zum Anfang zu schlagen: es scheint viel leichter zu sein, konkrete Projekte technisch und Ergebnis orientiert umzusetzen (siehe Blender), als Projektbegleitend eigene Kommunikationsstrukturen zu überprüfen und neben einem strengem “Erkenne Dich Selbst,” Milde mit dem anderen walten zu lassen  (siehe GG). Gruppenhysterie und zähes aushandeln von Präliminarien wie “Respekt,” “Achtung,” “Würde,” “Ehre” etc. treten nun seit einem Jahr auf der Stelle den Quark breit und zeigen, dass fehlende Ideen nur schlecht durch Eitelkeitsoffensiven oder Heil-Schweigen abgefedert werden können.



Mal über den Blogtellerrand geschaut

22. September 2010

Ein Gelsenkirchener Blogger beschäftigt sich mit einem Menschen, der das Tourette Syndrom hat und Asperger zusätzlich und hat ein Video des Mannes künstlerisch nachbearbeitet:

< klick http://wasdenndas.blogspot.com/2010/09/autist-mit-tourette-singt-losing-my.html#links klack  >

Autist mit Tourette singt “Losing My Religion”
So, das war die reißerische Überschrift zu diesem Post . Ich hoffe damit Euer Interesse geweckt zu haben, so wie das faszinierende Video mein Interesse geweckt hat.

Ich bin verheiratet, habe 3 Kinder..Lege Tarotkarten, betreibe Astrologie, liebe Grenzwissenschaften, schreibe Gedichte, Liedchen, kurze Songs, spiele sehr viel Poolbillard..rauche, trinke usw. …ich lese gern..ach ja, ich hab das Tourette-Syndrom (volles Programm, weißt du, fluchen und agressives Herumfuchteln..) und ich bin ein gut funktionierender Autist… eigentlich bin ich ein richtiger Traumprinz… nein nicht wirklich, das war nur ein Spaß….Mit 31 wurden bei mir das Asperger- und das Tourette-Syndrom diagnostiziert. Meine Ticks werden durch Sinneseindrücke oder jede Änderung meiner Routine ausgelöst und meine Ticks kommen zyklisch….

Der Gelsenkirchener Blogger sagt:

Und “A Little Respect” bekam die volle Behandlung! Die gleiche Behandlung bekam “Losing My Religion”. Aber seht selbst und haltet es dabei wie TheMainMeal, der seinen Humor nicht vergessen hat.

So schreibt der Mann mit dem Nickname TheMainmeal in seinem YouTube-Kanal , in dem er Songs covert (u.a. R.E.M., Crash Test Dummies und Elvis), eigene Gedichte und Lieder vorträgt, sich zur Fußball-WM äußert( wobei das Tourette für einen Engländer bei der Beurteilung des Abschneidens seiner Three Lions eher Hilfe als Behinderung ist) und natürlich über seine Krankheiten spricht.

Nach und nach lernt man beim Stöbern in seinem Kanal einen, so finde ich, sympathischen und intelligenten Menschen kennen, der zwei Krankheiten hat und versucht damit zurechtzukommen. Um damit zurechtzukommen singt er wohl auch, denn vor dem Video “A Little Respect” schreibt er:

Today, I felt a particularly large tic session coming on, so I figured the best thing to do was record a song. So Erasure’s ‘ A little respect’ gets the full treatment!!..


Aufruhr Aufruhr Aufruhr

13. September 2010
Juergen Kramer 2007

Aufruhr - Festgehalten durch Jürgen Kramer

Aufruhr – so nennt Jürgen Kramer dieses 2007 entstandene Bild, das zufällig am Wochenende im Rahmen des Kunsttauschringes der GG wider Erwarten doch noch bei mir landete.

Aufruhr tanzt nun auch in meinem Zimmer, das Bild ist wuchtig, mächtig, kraftvoll und drückt erst einmal alles andere aus dem Zimmer.

Die ritualisierte Montagsdemo kann sicher nicht gemeint sein mit dem Bild. Innerer Aufruhr auch nicht, oder? Mal schauen ob die Figuren lebendig werden.

Schmankerl am Rande: nun kann ich den Kirchturm 2 X sehen – aus dem Fenster real und im Zimmer stilisiert.

@rabe489

Danke für die Leihgabe – und den Kraft-Transfer


Informationsgesellschaft & Bildung

6. September 2010

Mal etwas außer der Reihe…

während gerade  Sarrazin-aufgeschreckt allüberall beteuert wird welch große Anstrengungen im Bereich Bildung & Information seit Jahren angeblich unternommen werden, möchte ich noch einmal auf den himmelschreienden Skandal der Löschung der Online-Inhalte der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten hinweisen. Manchmal wundere ich mich doch noch, wieviel widersprüchliches die Öffentlichkeit verdaut und dabei den Sauhirten applaudiert, die wöchentlich eine andere Erregungssau durchs Dorf treiben.

Guckst du hier < klick > beim WDR

Staatsvertrag zwingt WDR zur Löschung von Online-Inhalten

Das große Löschen

Die Seite “Fehler HTTP 404 – Seite nicht gefunden” dürfte zurzeit die am häufigsten aufgerufene Seite im WDR-Online-Angebot sein. 80 bis 90 Prozent der Internetbeiträge werden nämlich aufgrund des geänderten Staatsvertrages gelöscht.

Für die öffentlich-rechtlichen Onlineangebote gilt das künftig eingeschränkt. Denn nur ein Bruchteil der Inhalte, die erhalten werden könnten, darf auch im Netz bleiben. So sind dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor einem Jahr enge Grenzen im Internet gesetzt worden. Seitdem regelt der 12. Rundfunkänderungsstaatsvertrag, dass in gebührenfinanzierten Angeboten viele Inhalte verboten sind und die erlaubten nur noch für begrenzte Zeit online bleiben dürfen.

Viele Online-Angebote werden gelöscht

Was heute irgendwo auf der Welt ins Netz gestellt wird, kann in der Regel “bis auf weiteres” abgerufen werden. Was einmal veröffentlicht wurde, vergrößert die universelle Bibliothek im Netz. Jeder Mensch mit Internet-Anschluss hat so freien Zugang zu vielfältigen Informationen, zu Entwicklungen aktueller und vergangener Ereignisse überall auf der Welt, im Land oder vor der Haustür.

Da wird ein von mir mit meinen Gebühren gezahltes kollektives Gedächtnis retrograd amnesiert – bezahlter Gedächtsnisschwund und  staatlich verordnetes Korsakow Syndrom praktiziert – und die selben verantwortlichen Grinsebacken darf ich in den Talkshows über Bildungs- und Erziehungsanstrengungen plaudern hören.

Off Topic Ende


Zwischenstand in Sachen Kunstetage

27. August 2010

Ein Kurzbericht sollte auch mal sein, nun denn:

Benis Bude

Beni hat die Gestaltung seines Raumes heute abgeschlossen und ist somit der erste, der mit dem heutigen Tag dort arbeiten wird.

Gratulation und alles Gute wünsche ich.

Hannah ist noch in der Phase die Räume künstlerisch zu gestalten – eine Wand sieht schon vielversprechend aus.

Helmut ruht ganz in sich wie auch sein Raum.

Horst arbeitet bedächtig aber stetig und sollte bald fertig sein.

Carlo hat immer wieder Außentermine und muss noch etwas nachlegen.

Hereinspaziert sagt Hannah

Jesse ist Jesse.

Lass Licht rein

Angela hat die größte Fläche zu bespielen und somit auch zu renovieren. Effektvoll drapiert ist schon eine Kombination aus Loch und Licht in einer Wand. Ihr Einzug steht kurz bevor.

Claudia hatte andere Dinge abzuarbeiten – und steht in den Startlöchern für die Schönheisarbeiten.

Im September oder Oktober  gibt es Zuwachs für die Arts-Praxis von Außerhalb. Eine Aktionskünstlerin wird einziehen und ganz sicher Gelsenkirchen ein wenig aufmischen.

Also alles in allem sehr erfreuliche Nachrichten.

Can as Tincan can

Mal dir eins


El Communicados wundersame Reise ins Reich der Ausflüchte

27. August 2010

A: das is grün.
B: das ist rot.
A: du bist so berechenbar, du musst immer das letzte Wort haben.

C:ich spreche nicht mehr mit dir weil du mich nicht gefragt hast ob ich Liebeskummer habe und ich habe dir nicht gesagt dass ich Liebeskummer habe, damit ich einen Grund habe um nicht mit dir sprechen zu müssen.

A: das können wir nur in der Gruppe lösen, aber D redet nicht in der Gruppe deshalb bist du Schuldig dass es keine Lösung gibt, weil du ja in der Gruppe geredet hast.

A: aber wir reden doch, nur nicht nach deiner Zeitvorstellung. Nachdem du monatelang auf ein Gespräch gedrungen hast, waren wir plötzlich überrumpelt, als es zum Gespräch kam.

E: genau, außerdem waren wir müde und haben auch noch was anderes zu tun als zu reden.

F: lass uns einfach D und G rauswerfen, dann kommt E wieder zur Vernunft und alles wird wieder normal.

A: ich habe mal alles einem Außenstehenden berichtet und der sagt auch dass Reden keinen Sinn hat.

A,C,D,E,F,G: natürlich reden wir mit dir – aber nicht zeitnah nach deinen Zeitvorgaben.

A,C,D,E,F,G: natürlich reden wir mit dir – aber nur wenn die Wäsche dabei schmutzig bleibt.

Der König ist tot – es lebe der König

Heute schrieb “Reckert” einen kleinen großen Gedanken zur Demission von Bernd Schindowski und den Umgang damit:

…. Statdessen wird eine coole kulturbürokratische männliche Diskussion geführt, die den Verlust mit keiner Träne betrauert. …… Unabhängig von der Frage, ob und wie “man” sich in dieser Sache wehren könnte, geht es mir darum, den Verlust als solchen wahrzunehmen, statt zu sagen: Verluste gibts überall, in diesen Zeiten sowieso, lasst uns zur Tagesordnung übergehen. Wenn wir nicht einmal merken, was uns verloren geht, gute Nacht.

Eine scharfe Beobachtung über die eingeschliffene Bürokraten-Verwaltungs-Apparatschik-Mentalität – - oder wie sagt der Fußballer: nun gut, Mund abwischen, weiter machen, wir schauen nicht nach hinten, nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Ich glaube nach wie vor, dass Gelsenkirchen größere Probleme in der kommunikationskultur hat, als größere Städte mit der Chance  eine “kritische Masse” zu entwickeln.

Die Gelsenkirchener Geschichten spiegeln in diesem Punkt die Stadt wider.

Wie sagte ein Verwalter: .. ach, user kommen und gehen….


Opa Pipes Geschichten und Ansichten

25. August 2010


Anne Motzko

10. Juli 2010

Liebe Anne,

ich hoffe du hast es nun gut zwischen Django Reinhardt, Charlie Parker und anderen in deinem Birdland. Nachwuchs-Generationen wurden von dir gefördert und werden sich sicherlich, so wie ich nun, vor dir verneigen und dir für Jazz & Art in deiner (eurer) Galerie danken.

Mach es gut


Künstlerkollektiv gesucht

13. Juni 2010

Maler könnten hier malen

In der Innenstadt GE warten rund 200 Quadratmeter Raum auf die “Bespielung” durch Maler, Grafiker, Fotografen etc. zu günstigsten Konditionen.
Es könnten Ateliers eingerichtet werden – mehr Infos folgen.
Kennt jemand eine junge, wilde Gruppe, die statt lauter Bohème Partys zu machen, ernsthaft leise arbeiten will?

Alte, etablierte gehen übrigens auch.

Die Räumlichkeiten:

eine ehemalige Röntgenarztpraxis aus den 50er Jahren mit entsprechender Atmosphäre  und der Möglichkeit auch schwere Geräte zu installieren (Graphikdesign etc.).

Es müsste in Eigenarbeit renoviert werden. Eine Zusammenarbeit mit dem Kulturamt wäre überlegenswert, (Schirmherrschaft / Bürgschaft)  falls sich eine Gruppe finden würde, die diese Räume als Kreativwerkstatt nützen möchte.

Es könnten durchaus auch erst Einzelpersonen beginnen und nach und nach weitere hinzukommen.

Alles ist denkbar.

Interesse?

*ich gebe nur die Infos weiter, bekomme weder Vermittlungsgebühr, Provision noch sonst irgendeine Gegenleistung.

Außer der Aufwertung der Innenstadt im Falle dass Künstler das Angebot annehmen.


Mein Mond ist abgefüllt…..

9. Juni 2010

Nun auf meinem immer noch nicht aufgeräumten Schreibtisch: abgefüllte Mondtage von Martin Rolke

Silverhorse Edition schreibt:

Mit Martin Rolkes Gedichtband

An den Tagen abgefüllter Monde

eröffnen wir unsere kleine Reihe
“Lyrikpräsentationen”

Vorgestellt von einem bekannten Autor können hier bislang
unbekanntere Leute ihre Texte auf 16 Seiten einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren.

Für Martin Rolkes frische, ungewöhnliche, unverbrauchte Lyrik
hat Jürgen Völkert-Marten Pate gestanden.

ISBN 978-3-937037-39-4,
Euro 4,80, 16 Seiten auf starkem Werkdruckpapier mit grünem Vorsatzblatt,
Inhalt grün gedruckt.

Martin Rolke

@Martin  Rolke

Herzlichen Glückwunsch


Peter Strege zu den lokalen Helden 2010

8. Juni 2010

Ein Text von Peter Strege, der als freier Künstler und Schriftsteller auf der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde arbeitet.  Er hat diesen Text für die Eröffnung der Local Heroes-Woche in Recklinghausen geschrieben und vom Leiter der VHS RE am Tag der “freien Szene” im Ruhrfestspielhaus (19.3.) vortragen lassen:

Bist du ein lokaler Halbgott?

Laß dich fragen, wenn du versuchen willst dich ernst zu nehmen und bei deinen Leisten bleiben möchtest.

Denn:

Es geht zwar nur um Sprache. Aber gerade um diese, jenes Verständigungsmedium erster Güte in Tagen wie diesen, an denen Reden geschwungen werden wie nie, und sich dem aufmerksamen Betrachter ein besonderes Schauspiel darbietet.

Wie eine zweite – oder ist es schon die dritte? – Haut streift der geschulte Redner, jener Schwadroneur von rhetorischer 5-Sterne-Qualität, jede Verbindung des Gesagten zum Bezeichneten von sich ab und begibt sich zur freien, höchst fragwürdigen, weil ungeerdeten Rede.

So befreit nimmt es nicht Wunder, wenn sich die dörflichen Helden im groß angelegten Reigen von 2010 einer pläbeischen Beteiligung am Kunsthauptstadtzirkus erfreuen dürfen und, weil sie zugelassen sind, auch noch dankbar dafür sind.

Es schmerzt mich, mit ansehen zu müssen, wie Frauen und Männer, Kolleginnen und Kollegen, mit Elan in die bereitgestellten Körbchen springen, die ihnen in ihren jeweiligen Heimatregionen bereitgestellt werden.

Der Mensch ist verführbar und, wenn er es nicht bemerkt, bedankt sich auch noch für die Erniedrigung.

Local heroe, wer bist du eigentlich, oder wer sollst du oder wer willst du sein?

Die mit dem BURGER-KING-Krönchen verzierten Einladungen, Flyer und sonstigen Hochglanzpublikationen geben mir Anlaß, Bedenken gegenüber denen zu äußern, die mit einem scheindemokratischen Instrument regionaler Beteiligung am eigentlichen Event, darüber hinweg täuschen wollen, dass sie genau mit dieser Art von Mitmachaktion die qualitative Ausgrenzung vorantreiben.

Zeitlich befristet, örtlich verdrahtet, heimatlich gestreichelt, bleiben die bei ihren Leisten und dabei auf der Strecke eines Kunst- und Kulturgebarens, dass von sich und für sich eigentlich in Anspruch nimmt, dass die Kunst so frei und supraregional ist, dass es keinerlei Schranken geben soll oder geben darf, weil gerade die autorisierte spontane Äußerung jenen kreativen Gehalt zu versprühen verspricht, der uns alle ins Schweben bringt.

Die frei geborenen Menschen entscheiden sich hin zu persönlichen Äußerungen in allen gestalterischen und kommunikativen Bereichen, um zum Nachdenken anzustiften und/oder zu unterhalten.

Dabei spielen kommunale und regionale Verortungen keine Rolle.

Es sei denn, dies sei gewünscht, weil einer elitären Kultur die silbernen Tabletts vorbehalten bleiben müssen.

Wenn dem so ist, dann braucht’s auch das Unterfutter, das Fußvolk, die, die in einer unteren Klasse spielen, damit eine Hierarchie entstehen kann.

Die wiederum braucht es, wenn  die gestaffelten, die überhöhten, die vortrefflichen, die meistgebotenen Preise, als losgelöste Versprechen für nicht einhaltbare Vergnüglichkeiten und Erhabenheitsvergaben ihre Wirkung nicht verlieren sollen.

Dafür braucht es eben Halbgötter, damit es einen Götterhimmel geben kann.

Insofern haben die lokalen Helden eine wichtige Funktion:

Sie sorgen dafür, wie einst die Kölner Heinzelmännchen, dass das Kulturhauptlügengebäude, ähnlich wie des Kaisers neue Kleider, als das angesehen und gewürdigt werden, wie sich die Kuratoren des europäischen Events dessen Auswirkungen vorgestellt haben.

Und vor allem geht es darum, dass die im vorhinein gemachten vollmundigen Versprechen über die Wirksamkeit von Kunst und Kultur, wenn sie nur entsprechend hochrangig bewertet daherkomme, in Erfüllung gehen.

An dieser Realisierung des groß gehauchten Wünschens arbeiten die local heroes und sind sich der Rolle der gelittenen kleinen Geister dankbar bewusst.

Ja, wir leben in modernen Zeiten, in denen es Herrschaft nicht mehr nötig hat, ihre Macht auf Gewehrläufe zu stützen.

So herrscht Frieden im Land und ich bin dankbar dafür, und gleichzeitig beschämt!

Peter Strege 18.3.2010


Mehr von Peter Strege:


Von der Persiflage einer Stadtverwaltung zum Selber Verwaltung Sein …

8. Juni 2010

Während ich den Begriff “Verwaltung” in die virtuelle Spiegelwelt des Städtchens einführte, um so den Fluch jahrzehntelanger Filzokratie und Ämterpatronage augenzwinkernd zu persiflieren, nähert sich das GG-Verwaltungshandeln und Selbstverständnis immer mehr den Hochzeiten des remonstrationsfreien Gelsenkirchener Stadtverwaltungsapparates an.

Irrlicht

Transparenz weicht Verschleierung, Kooperationsfähigkeit weicht Vetternwirtschaft, Effektivität weicht irrlichterndem herumtappern. Lästige Bürger (user) werden ausgesessen, ignoriert oder aussortiert.

Man forscht nicht mehr nach Gründen und Ursachen für Zu- und Widerspruch sondern schwingt die “Die  Partei Verwaltung hat immer Recht” Keule:  – die user, die user, die kommen und die gehen, das war immer soohoo  – aber die Verwahaaltung, die Verwahaltung, die bleibt bestehheheen.

Nachdem erfolgreich das öffentliche Nachdenken über die Organisationskultur der GG sowie das stecken neuer Ziele abgeschmettert wurde, bewegen sich die GG auf dem Stille Post Niveau und tuscheln sich per PN die neuesten Erkenntnisse über böse Außenbedroher zu.

Inhaltliche Differenzen werden auf persönliche Konflikte reduziert, nach wie vor wird mein Gesprächsangebot an die Verwaltung als Gruppe  sowie an die Einzelpersonen nicht angenommen.

Skurrile Blüten treiben aus – zu öffentlichen Vortragsveranstaltungen oder Diskussionsabenden sagen die GG “Nein Danke, “  andere von den GG wesentlich mitgestaltete Projekte werden nicht weiter begleitet.

Aufstrebend dagegen die neue Funktion der GG als  “Dauerdarstellungsplattform für Tiefdenker” aus der Abteilung  kleine Männer von der Straße  füsiliolosofieren  (omopitz /buerio)……

Wem das reicht…

Popöchen

Was war sonst noch bewegend?

Das Wort “Arsch” wurde per automatischer Wortzensur erst in “Auspuff” und dann in “Hinterteil” geändert.

Warum nicht gleich konsequent in “Popöchen” oder noch vernebelnder in “Südpol” verstehe wer will.

Gähn…

und immer schön zusätzlich diesen Artikel lesen > klick<


Geschützt: Lecker Think Tank II

6. Juni 2010

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Informationsgesellschaft

3. Juni 2010

Geschockt – Ohne Kommentar


Fettgelbe Mondtropfen nun luftlos

31. Mai 2010

Ballon Kunst von Sean Rooney

Nun ist die Luft raus aus den Ballons über den Schächten.

Was tagsüber eher phantasietötend daher kam, hatte Nachts und angestrahlt einen Hauch Magie.

Ob die Gesamtaktion zu teuer war, kann ich nicht beurteilen. Als Konzeptkunst bzw. Soziale-Groß-Skulptur hatte Volker Bandelows  Idee und die Umsetzung Charme.

Was mir bemerkenswert erscheint: das Ruhrgebiet hat nicht genug Bürger, die als Ehrenämtler dieses Projekt betreuen konnten. Man musste auf bezahlte Wachdienste und Firmen als “Paten” zurückgreifen. Dies zeigt einmal mehr die Schwäche der Region und die strukturelle Agonie der Menschen. Zu hoffen, dass aus dem Ruhrgebiet Impulse für Änderungen kommen werden, scheint illusorisch.

Beängstigend für mich, dass offensichtlich nirgendwo Einwanderer eingebunden waren. Oder weiß jemand etwas über Ballon Paten mit Zuwandererhintergrund?

> —————————- schnipp ——————————- <

Off Topic?

Nein.

Hier ein Beispiel für die Verschmelzung von Kultur, sozialer Bewegung, Revolution,  Nation-Building, Identitätsstifung – kurz: Auftakt statt Abgesang.

Kultur hat Kraft und kann Bewegen

schwächelnde privatreminiszenz – super mama djombo aus guinea bissau

da ist der Mond auch schön

oder als Klangsauber-Studio-Auftritt

mein Favorit bleibt der Song:

Dissan Na M’Bera

< klick hier um mehr über Super Mama Djombo zu lesen >

> —————————- schnapp ——————————- <


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